Unterrichtsfächer und schulautonomer Erweiterungsbereich

Folgende Gegenstände werden am Kolleg für Elementarpädagogik unterrichtet:

  • Pflichtgegenstände:
    Religion, Pädagogik (einschl. Psychologie, Soziologie), Inklusive Pädagogik, Didaktik, Praxis, Deutsch (einschl. Kinder- und Jugendliteratur), Deutsch als Zweitsprache, Organisation, Management und Recht, Wissenschaftliches Arbeiten, Gesundheit und Ernährung, Physiologische Grundlagen, Medienpädagogik, Bildnerische Erziehung, Werkerziehung, Textiles Gestalten, Musikerziehung und Stimmbildung, Instrumentalunterricht Flöte und/oder Gitarre, Rhythmisch-musikalische Erziehung, Bewegungserziehung/Bewegung und Sport
  • Verbindliche Übungen:
    Kommunikationspraxis und Gruppendynamik, Fachspezifisches Seminar: Englisch für den Kindergarten, Fachspezifisches Seminar: Früherziehung, Fachspezifisches Seminar: Wald- und Erlebnispädagogik
  • Schulautonomer Erweiterungsbereich:
    Elementare musikalische Pädagogik, Psychomotorik, Natur und Technik

Die genaue Verteilung der Stunden entnehmen Sie bitte unserer Stundentafel. Einige Fächer wollen wir Ihnen noch etwas genauer vorstellen:

Psychomotorik

Dem Prinzip der Psychomotorik genügend begleiten wir unsere Studierenden ganzheitlich auf ihrem Weg zu einer gefestigten Erzieher*innenpersönlichkeit. Wir sehen den Menschen in seiner Gesamtheit und wollen unseren Studierenden neben Fachwissen auch soziale Kompetenzen (Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktlösungskompetenzen…), personale Kompetenzen (Empathie, ein positives Selbstbild, Selbstbewusstsein…) und Fähigkeiten im Bereich der Gesundheitsförderung vermitteln. Aufgrund der Selbsterfahrung in den Psychomotorikstunden können unsere Studierenden in weiterer Folge die ihnen anvertrauten Kinder ganzheitlich und gleichzeitig individuell in ihrer Entwicklung begleiten und situationsangemessen agieren.
Die PSYCHOMOTORIK nach Prof. Dr. Ernst „Jonny“ Kiphard ist eine junge Wissenschaft und orientiert sich an den Stärken des Menschen. Sie verbindet Bewegung mit kognitiver Leistung und einem positiven emotionalen Erleben. Die Gruppe/Klasse bietet einen sicheren Rahmen und die/der Psychomotoriker/in steht als Bezugsperson zur Verfügung um zu beobachten, zu begleiten und gezielt Impulse zu setzen. Die Motivation der Student*innen, sich mit den Anforderungen auseinanderzusetzen, bleibt erhalten, wenn das Setting und die Methode ansprechend und auf die Gruppe individuell abgestimmt sind und die Student*innen im Sinne der Partizipation die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten aktiv mitgestalten. Aus psychomotorischer Sicht ist Lernen ein aktiver, sozialer Prozess, der intrinsisch motiviert ist und kreativen Prozessen Raum bietet, der sowohl Geist, Körper und Psyche anspricht.
… kurz: der BEWEGT.

Wald- und Erlebnispädagogik

Waldpädagogik umfasst ganzheitliches Lehren und Lernen im Lebensraum Wald, getreu dem Motto des Pädagogen Pestalozzi „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Ziel der Waldpädagogik ist es, eine Verbindung zwischen Mensch und Natur zu schaffen. Die Erlebnispädagogik vereint die Elemente „Natur“, „Erlebnis“, „Gemeinschaft“ und trägt zur positiven Veränderung und Weiterentwicklung der Persönlichkeit bei.
Heutzutage verbringen Kinder viel mehr Zeit in geschlossenen Räumen oder auf vorgefertigten Spielplätzen als in der Natur. Der Wald mit seinen natürlichen Reizen und interessanten Möglichkeiten hat eine bedeutende ausgleichende Wirkung und bietet den idealen Ort um die Entwicklung der Kinder adäquat zu fördern.
Durch das Fach Wald- und Erlebnispädagogik erhalten die Student*innen viele praktische Ideen, für wald- und erlebnispädagogische Aktivitäten, die den Kindergartenalltag bereichern. Als Pädagog*in ist es entscheidend, die Bedeutung des Waldes zu erkennen, um den Wald gezielt als Medium und Spiel- und Handlungsraum in der Arbeit mit Kindern nutzen zu können. Sie lernen abwechslungsreiche, kreative Angebote zu planen und durchzuführen. Die Vermittlung der Natur als etwas Entspannendes, Faszinierendes und Facettenreiches steht im Vordergrund. Durch das unmittelbare Erleben und Erfassen des Waldes und seiner besonderen Wirkung werden Neugierde und Interesse geweckt. Einerseits werden viele methodische Aspekte und Fachwissen für die Arbeit mit Kindern vermittelt, andererseits trägt das Fach zur eigenen Persönlichkeitsbildung und –entfaltung bei. Durch die Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung, die Schulung der eigenen Wahrnehmung und der Reflexionsfähigkeit werden die Student*innen zu selbstbewussten Pädagog*innen, die im Kindergartenalltag mit Konfliktsituationen kompetent umgehen können. Diese Zusatzqualifikation vermittelt unseren Absolvent*innen wichtige Kompetenzen und ermöglicht einen besseren Einstieg in das Berufsleben.

Elementare musikalische Pädagogik

Seit Beginn des Schuljahres gibt es im Kolleg ein neues schulautonomes Pflichtfach mit dem Namen „Elementare Musikalische Pädagogik“. Wenige können sich vorstellen, worum es dabei geht, daher hier eine Beschreibung und ein Beispiel. Prinzipiell geht es darum, den Teilnehmer*innen (Kinder oder auch Erwachsene) einen lustbetonten, unzensurierten Zugang zu Musik zu ermöglichen und auch noch Grundlagen für das Musikverständnis zu schaffen. Dies erreicht man unter anderem über die sogenannten „Aktionsbereiche“, in denen sich das Geschehen abspielt: Stimme, Bewegung, Instrumente, Hören und Visualisieren (Musik sichtbar machen). In der heutigen Stunde ging es um ein außermusikalisches Thema, den Herbstwind. Auf musikalischer Ebene wurden viele verschiedene elementare Fähigkeiten gefördert und gefordert. Wir haben mit den Herbstblättern zu einer ruhigen Windmusik und einer wilden Windmusik getanzt, wir haben unsere Herbstblätter beim Fallen beobachtet und ihren Fall mit dem Körper sowie der Stimme nachgeahmt. Dann haben wir ein vierstimmiges Blättermusikstück gestaltet, wobei vier Teilnehmergruppen ihre jeweils ausgedachte Windmusik stimmlich umgesetzt haben. Und zum Schluss haben wir uns Stabspiele geholt, auf denen wir eine sanfte Windmusik und eine wilde Windmusik gespielt haben. Ein Gruppenmitglied durfte mit dem Blatt dirigieren. Was ist musikalisch geschehen? Es wurde Tempo und Dynamik erprobt, der Stimmumfang wurde beim Blätterfall erweitert, Musik wurde improvisiert und die Möglichkeiten des Stabspiels erforscht, es wurde in der Gruppe musiziert, eine Musiziergruppe wurde geleitet, Höhe und Tiefe wurden unterschieden. Und bestimmt ist auch in sozialer Hinsicht viel geschehen.
Was ist also EMP? Eine wunderbare Möglichkeit Musik spielerisch und vielfältig und ohne Lernstress zu erleben.

Englisch für den Kindergarten

Immer mehr Eltern wünschen sich frühe sprachliche Förderung ihrer Kinder – insbesondere in der Fremdsprache Englisch. Viele Kindergärten reagieren auf diese Nachfrage und bieten verstärkt „Englisch für den Kindergarten“ an. Unsere Student*innen werden dazu befähigt englische Angebote im Kindergarten zu setzen. Darüber hinaus zielt der Unterricht auf eine positive Einstellung der Student*innen gegenüber der Fremdsprache ab. Neben dem fachlichen Input werden in spielerischen Elementen englische Lieder und Kinderreime erarbeitet, erprobt und umgesetzt.

Interkulturelle Kompetenz

Ganz sicher wird in Zukunft die Zahl von Kindern aus anderen Kulturen und mit anderen Muttersprachen in unseren Kindergärten steigen. Daher halten wir es für notwendig, angehende Elementarpädagog*innen auf diese Situation im beruflichen Alltag bestmöglich vorzubereiten.
So lernen unsere Schüler*innen in der BAfEP und unsere Studierenden im Kolleg im Unterrichtsgegenstand „Interkulturelle Kompetenz“, wie sie als künftige Elementarpädagog*innen mit dieser Vielfalt kompetent, sicher, ohne Angst und ohne Stress umgehen können.
Darüber hinaus geht es in diesem Fach auch darum, Kinder, die eine andere Muttersprache sprechen, beim Deutschlernen zu unterstützen, was notwendig ist, damit sie sich in unserer Gesellschaft integrieren können. Aus diesem Grund lernen unsere Studierenden im Kolleg sprachförderliche Aktivitäten kennen und beschäftigen sich damit, wie sie diese im Kindergartenalltag einsetzen können.

Natur und Technik: Naturwissenschaften im Kindergarten

Naturwissenschaftliche Basiskonzepte und Prozesse zu den unverzichtbaren Elementen einer zeitgemäßen Allgemeinbildung. Aber wann ist der geeignete Zeitpunkt, naturwissenschaftliche Grundbildung zu vermitteln? Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass bereits bei drei- bis fünfjährigen Kindern die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen angelegt sind.
Und wie kann man naturwissenschaftliche Grundbildung im Kindergarten vermitteln? Ganz einfach: Kinder wollen wissen, woher die Farben kommen, warum der Himmel blau ist, was mit dem Zucker passiert, wenn man ihn in den Tee rührt. Kinder sind in ihrem Forscherdrang kaum zu bremsen. Ihre ausgeprägte Fantasie, ihre Neugier und ihre Freude am Lernen bieten die besten Voraussetzungen dafür, die Welt zu erobern und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begreifen.

Was machen wir im Unterricht?

  • Wir experimentieren: “alles rund ums Ei”, “Feuer, Wasser, Erde und Luft begreifen”, “Flugzeuge und Schiffe”, “Farbenfroh”, „Raketen und Weltraum“, …
  • Wir entwickeln eigene Experimente: Wie müssen Versuche angelegt sein, dass die Kinder zu Fragen angeregt werden und sie diese Fragen in weiteren selbst entwickelten Experimenten klären können? Nicht das Wissen, sondern die Förderung des Denkens und Nachfragens stehen im Mittelpunkt!

Nach dem Motto „Das brauche ich nicht zu lernen, um es mir zu merken, das habe ich erlebt“ wünschen wir uns und den Kindern viel Spaß beim Staunen und Begreifen von Naturphänomenen!

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